• Halcyon@discuss.tchncs.de
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    3 months ago

    Ein erster Schritt wäre, mal die Schnapsflaschen aus dem Süßigkeitenregal an der Kasse zu verbannen. Hochprozentiges wird hier behandelt wie Schokoriegel und Kaugummi, etwas, dass man sich mal eben so nebenbei reinzieht.

    • KatherinaReichelt@feddit.org
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      3 months ago

      Das ist ja noch zynischer: Im LEH wird die Platzierung an der Kasse ja Impulsware bzw. Quengelware genannt. Quengelware, weil:

      Als Quengelware bezeichnet man Artikel, die im Einzelhandel im Kassenbereich ausgelegt sind und dadurch vor allem aufgrund des Quengelns von Kindern während des Anstehens an der Kasse gekauft werden, jedoch auch in der Schlange stehende Erwachsene zu einem Kauf bewegen können.[1] Es handelt sich um eine Sonderform von Impulsware, unter die auch Alkohol und Tabak fallen. Den Einfluss der Kinder auf die Kaufentscheidungen von Eltern durch Quengeln bezeichnet man im Marketing auch als Pester Power. Häufig sind Quengelwaren sogar auf Kinderaugenhöhe angebracht, um kleinere Kinder ganz besonders anzusprechen.[2] Die Kassenzone mit der Quengelware wird auch als Quengelgasse bezeichnet.[3]

      Bedeutet also in der Praxis: Die Supermarktbetreiber setzen nicht nur Eltern mit voller Absicht einer regelmäßigen Tortur aus, sondern sorgen auch dafür, dass durch die bewusste Platzierung von Alkohol und Zigaretten Menschen mit entsprechenden Süchten bei jedem Einkauf vor die Entscheidung gestellt werden, rückfällig zu werden. Jeder Einkauf wird damit dann zum Test der Willensstärke und logischerweise gewinnt den nicht jeder. Die Supermarktbetreiber fördern so in voller Absicht Rückfälle.

      • D_a_X@feddit.orgOP
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        3 months ago

        Ich denke in diesem Fall geht es auch um Diebstahlsprävention. So ein Flachmann kann schnell verschwinden.

        • Halcyon@discuss.tchncs.de
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          3 months ago

          Das ist noch ein Argument, das aus dem Kassenbereich zu verbannen. Zur Diebstahlprävention könnte die Ware auch weniger griffbereit und weniger verführerisch platziert werden.

    • chmod755@feddit.org
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      3 months ago

      Hier in Österreich ist die Situation auch nicht besser: Leute aus anderen Ländern waren schockiert als ich ihnen erzählte, dass man bei uns an Tankstellen Bier, Whiskey und ähnliches bekommt.

    • plyth@feddit.org
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      3 months ago

      Hochprozentiges wird hier behandelt wie Schokoriegel

      Wo wir dabei sind, eine Zuckersteuer einzuführen, ist das gar nicht so verkehrt.

    • schnurrito@discuss.tchncs.de
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      3 months ago

      Hier in Österreich ist es seit jeher so, dass Tabakprodukte nicht in normalen Supermärkten verkauft werden, sondern nur/vor allem in sogenannten “Trafiken” (oder “Tabaktrafiken”). Jedes Mal, wenn ich nach Deutschland reise, bin ich darüber fasziniert, dass man dort Zigaretten in ganz normalen Supermärkten bekommt.

      Ich denke nicht, dass das den Tabakkonsum gesenkt hat? Ist nicht Österreich eines der Länder mit dem höchsten Tabakkonsum pro Kopf auf der ganzen Welt?

  • naeap@sopuli.xyz
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    3 months ago

    Bin immer dafür Drogen zu regulieren, damit wir Qualität garantieren können.

    Leider wird das nur bei bestimmten Drogen so gehabt und der Rest muss sich mit gesundheitsschädlichem Müll rum schlagen

    Ne Einschränkung von Alkohol Verkauf auf spezielle Läden finde ich erstmal nicht weiter tragisch, auch wenn ich mir nicht sicher bin, wieviel das bringt

    • GenosseFlosse@feddit.org
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      3 months ago

      Wenn Alkohol im Supermarktregal neben den Lebensmitteln steht, wird er genauso wie Lebensmittel mit eingepackt und konsumiert. Wenn er nur in lizenzierten Shops verkauft wird ist es eben erstmal unbequemer weil man ihn beim Wocheneinkauf nicht einfach mitnehmen kann, und es etwas ist worauf man leicht verzichten kann.

      Im manchen Ländern muss man eben extra in solche bottle shops gehen, mit dreckigem Parkplatz, vergitterten Fenstern und fragwürdigen Kunden. Man fühlt sich dort beim Einkauf als steigt man auf der gesellschaftlichen Leiter nach unten.

  • trollercoaster@sh.itjust.works
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    3 months ago

    Die Ärzte freuen sich schon auf das Geschäft, das sie machen, wenn reihenweise Leute zu ihnen kommen, die sich mit Schwarzgebranntem blind gesoffen haben.

    • Laser@feddit.org
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      3 months ago

      Klar, weil man damit auch zum Arzt geht und der dann daran reich wird

      In anderen Ländern funktioniert das mit den Monopolgeschäften übrigens. Ich persönlich wäre auch für ein solches Modell, allein schon, um Supermärkte, in die man ja rein muss, frei von hochprozentigem zu halten. Erstens normalisiert das und zweitens verlockt es wahrscheinlich welche, die dem Zeug eigentlich aus dem Weg gehen wollen.

    • Brummbaer@pawb.social
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      3 months ago

      Man kriegt mit selber Brennen gar nicht genug Methanol zustande, selbst wenn man sich total blöd anstellt.

      In Ländern wo man schwer an Alkohol ran kommt, kriegt man recht billig Methanol und wieso stundenlang rumdestillieren (no pun intended), wenn mans mit Methanol strecken kann.

  • geissi@feddit.org
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    3 months ago

    Meh, ich bezweifle, dass das viel bringt.

    Also gerne Werbung strenger regulieren oder ganz verbieten, das begleitete Trinken abschaffen, Aufklärungskampagnen, noch höhere Steuern auf Alkopops.

    Aber getrennte Liquor Stores gibt’s ja auch in den USA.
    Im Vergleich liegen wir da im Alkoholkonsum recht nah beieinander.
    Bei “heavy drinking sessions” und Alkoholismus liegen sie sogar vor uns.

    • KatherinaReichelt@feddit.org
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      3 months ago

      Der Kernpunkt ist eben nicht, dass die Leute gar nicht an Alkohol kommen. Es ist natürlich für jeden überhaupt kein Problem, einfach nochmal in den Schnapsladen zu gehen und sich Schnaps zu kaufen. Es geht darum, dass man trockene Alkoholiker nicht ständig in Versuchung führt, weil an jeder Supermarktkasse Schnaps steht. Und die könnten die Schnapsläden dann einfach ignorieren und nicht betreten.

      • geissi@feddit.org
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        3 months ago

        Ist mir schon klar.
        Kann man gerne wollen. V.a. die Schnäpschen an der Kasse können gerne weg.
        Aber die Frage ist halt, ob es im Großen und Ganzen auch wirklich was bringt und das sehe ich nicht.

        Wenn die Getränke- und Supermärkte jetzt ne Rigipswand zwischen Schnapps und Rest einziehen wird das mMn den Alkoholismus nicht wesentlich senken. Mal abgesehen davon, dass man von Bier und Wein auch abhängig werden kann. Und die Einstiegsschwelle für angehende (Jung-)Alkoholiker liegt hier eh niedriger.

    • renormalizer@feddit.org
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      3 months ago

      Da muss man aber etwas vorsichtig sein: getrennte Liquor Stores gibt es nicht in allen Bundesstaaten. In manchen bekommt man Schnaps auch im regulären Supermarkt. Es gibt auch Steuern und Mindestpreise, die evtl. Einfluss auf den Konsum haben. Umgekehrt gibt es Dry Counties, wo man überhaupt nichts bekommt. Paradoxerweise liegt die Destille von, glaube ich, Jack Daniels in genau so einem.

      • geissi@feddit.org
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        3 months ago

        Na dann schauen wir halt nach Finnland, wo es landesweit gilt und sehen auch da keine signifikanten Unterschiede.

        Also nicht, dass man gar nichts tun sollte aber von allen möglichen Maßnahmen halte ich getrennte Läden eher für wirkungslose Symbolpolitik.

  • leave_it_blank@lemmy.world
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    3 months ago

    “Begleitendes Trinken” kannte ich nicht. Was zur Hölle?? Reicht es nicht das Deutsche für ihr Auto über Leichen gehen?

    Ich bin wirklich baff…

    • KatherinaReichelt@feddit.org
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      3 months ago

      Ganz ehrlich: So verkehrt ist die Idee nicht. Dann “lernen” Jugendliche Alkohol im Kreis der Familie kennen. Irgendwie mal auf einer Familienfeier. Und eben nicht so wie es dann in den USA passiert mit 21 irgendwann, wenn die Kids auf der Uni sind auf irgendwelchen Parties in der Öffentlichkeit.

      • Micromot@piefed.social
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        3 months ago

        Finds das such ganz gut, aber irgendwie kommt mir 14 dafür immer etwas jung vor. Ich glaube das könnte man auch auf 16 erhöhen und dann halt nicht ab 18 alles oder so

      • leave_it_blank@lemmy.world
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        3 months ago

        Und Alkohol bleibt weiter völlig normalisiert. Von dem wesentlich schädlicheren Einwirken auf einen heranwachsenden Jugendlichen ganz zu schweigen.

        Aber beim Thema Alkohol wird sich in Deutschland in dem Bezug auch mit Sicherheit nichts ändern.

        Aber für einen Außenstehenden wirkt das schon etwas krank. Erinnert mich an Zeiten in denen mit Kindern im Auto rauchen völlig normal war.